Preise und Tarife
Wie Preise in MOSI aufgebaut sind, wie ein Auftrag seinen Preis findet und was passiert, wenn du einen Preis änderst oder erhöhst.
Stand: 26. Oktober 2026
Aufbau
Jeder Preis gehört einem Kunden. Einen allgemeinen Preis, der für alle Kunden gilt, gibt es nicht. Die Preise eines Kunden stehen in seiner Preisliste, und die Preisliste entsteht von selbst, sobald du den ersten Preis für ihn anlegst. Du findest alle Preise unter Logistik → Leitung → Tarife, gruppiert nach Preisliste.
- Preisliste
- Sammlung der Preise eines oder mehrerer Kunden. Ein Kunde steht in genau einer Liste. Eine Liste kann aber für mehrere Kunden gelten, etwa für alle Firmen einer Gruppe mit gemeinsamem Rahmenvertrag.
- Version
- Jede Preisliste hat Versionen mit einem Tag „gültig ab“. Eine Preiserhöhung legt eine neue Version an, die bisherige bleibt unverändert erhalten.
- Preiszeile
- Ein Frachtpreis für eine Strecke und eine Lieferart. Daneben gibt es Tagespauschalen und Kundenpreise für Diverse Artikel wie Wartezeit.
- Strecke
- Ladestelle → Lieferstelle, in dieser Richtung. Von Amberg nach Kastl ist eine andere Strecke als von Kastl nach Amberg.
Eine Preisliste gehört einer Gesellschaft. Für weitere Gesellschaften kann sie freigegeben sein. Aufträge einer Gesellschaft, für die die Liste nicht gilt, finden darin keinen Preis. Alle Beträge sind netto; die Umsatzsteuer kommt erst auf der Rechnung dazu, je nach steuerlicher Behandlung des Kunden.
Einen Preis anlegen
- Neue Zeile öffnen
Auf der Seite Tarife über „+“, F10 oder Alt + N. Die neue Zeile steht oben in der Tabelle.
- Kunde, Ladestelle und Lieferstelle wählen
Hat der Kunde noch keine Preisliste, legt MOSI sie beim Speichern an.
- Lieferart und Einheit festlegen
Lieferung, Abholung oder Beides; je t, je m³, je Fuhre oder je Std.
- Preis eintragen
Sobald Kunde, Strecke und Preis da sind, ist die Zeile gespeichert. Mindermenge, Maut und Dieselfloater kannst du direkt danach in derselben Zeile ergänzen.
Abrechnungsmenge und Mindermenge kommen als Vorgabe aus dem Kunden (Kunde → Logistik → Allgemein), sonst aus dem Standard deiner Organisation. Ändern sich die Vorgaben später, bleiben bestehende Preise, wie sie sind.
Pro Strecke gibt es entweder einen Preis für „Beides“ oder getrennte Preise für Lieferung und Abholung. Beides gleichzeitig lässt MOSI nicht zu.
So findet ein Auftrag seinen Preis
Du trägst am Auftrag keinen Preis ein. MOSI sucht ihn selbst, und zwar jedes Mal, wenn sich am Auftrag etwas ändert. Dabei müssen alle diese Bedingungen gleichzeitig passen:
- Kunde
Der Kunde des Auftrags hat eine Preisliste, und sie ist nicht archiviert.
- Gesellschaft
Die Liste gehört der Gesellschaft des Auftrags oder ist für sie freigegeben.
- Version
Es gilt die Version vom Tag, an dem der Auftrag angelegt wurde. Der Liefertag spielt dafür keine Rolle. Ist der Auftrag älter als die erste Version der Liste, nimmt MOSI die erste.
- Strecke
Genau diese Ladestelle und genau diese Lieferstelle, in dieser Richtung. Ein zweites Werk mit ähnlichem Namen ist ein anderer Ort.
- Lieferart
Der Preis passt zur Lieferart des Auftrags oder gilt für „Beides“. Neue Aufträge stehen auf „Lieferung“, solange du nichts anderes wählst.
Folgendes spielt für den Streckenpreis keine Rolle:
- Transportart
- Sie steuert, welche Vorgaben, Belege und Hinweise für Kunde und Ort gelten. Auf den Preis hat sie keinen Einfluss.
- Material
- Nur indirekt: Es legt die Einheit des Auftrags fest (t, m³, Stück …). Die muss zur Einheit des Preises passen.
- Fahrzeug und Fahrzeugklasse
- Zählen nur für die Tagespauschale, nicht für den Streckenpreis.
- Entfernung
- Entfernung und Fahrzeit der Strecke siehst du im Rechtsklick-Menü, im Kalkulator und in der Auswertung. In den Preis eines Auftrags gehen sie nicht ein. Nur eine Preismatrix rechnet mit km.
- Menge
- Bestimmt nur bei einer Preismatrix die Stufe.
Einheit und Menge
- je t und je m³
- Preis × Menge. Der Auftrag muss in derselben Einheit geführt sein. Ein Preis je t passt nicht zu einem Material, das in m³ oder Stück geführt wird.
- je Fuhre
- Der Preis selbst. Passt zu jedem Auftrag.
- je Std.
- Preis × Stunden. Die Stunden kommen aus der Arbeitszeit am Auftrag (Ende minus Beginn minus Pause), ohne sie aus der geplanten Dauer. Fehlt beides, hat der Auftrag keinen Betrag.
- nach Matrix
- Der Betrag kommt aus einer Tabelle mit km-Stufen und t-Stufen. Dafür braucht der Auftrag eine Menge in t und eine Entfernung, entweder am Auftrag oder als vereinbarte km am Preis.
Bei Preisen je t und je m³ legst du außerdem fest, welche Menge zählt. „Ist-Menge“ nimmt die Menge vom Wiege- oder Lieferschein und, solange die fehlt, die bestellte. „Bestellte Menge“ nimmt immer die bestellte.
Eine Mindermenge sorgt dafür, dass kleine Lieferungen sich trotzdem rechnen. Du gibst eine Schwelle an, etwa „unter 25 t“, und wählst eine von zwei Regeln:
- Auffüllen
- Abgerechnet wird die Schwelle statt der echten Menge. Auf der Rechnung steht dazu „Mindermenge 25 t (geliefert 18 t)“.
- Zuschlag
- Abgerechnet wird die echte Menge, dazu ein fester Betrag als eigene Position „Mindermengenzuschlag“.
Was den Betrag verändert
- Fracht
- Preis × Menge bzw. Stunden, oder der Preis je Fuhre.
- Dieselfloater
- Ein Prozentsatz auf die reine Fracht, eingetragen je Liefermonat. Er steckt im Betrag der Transportposition und steht auf dem PDF als eigene Zeile darunter.
- Maut je Fuhre
- Ein fester Betrag am Preis. Auf der Rechnung steht er als eigene Position „Maut“ unter dem Transport.
- Mindermengenzuschlag
- Eigene Position. Der Dieselfloater rechnet nicht darauf.
- Zusatzleistungen
- Diverse Artikel wie Wartezeit, mit eigenem Kundenpreis oder dem Preis des Artikels. Jede steht als eigene Position auf der Rechnung.
- Fracht: 25 t × 15,88 € = 397,00 €
- Dieselfloater: 8 % von 397,00 € = 31,76 €
- Transport zusammen: 428,76 €
- Maut als eigene Position: 18,00 €
Auf der Rechnung netto 446,76 €, dazu die Umsatzsteuer.
Preis und Floater haben verschiedene Stichtage. Der Preis kommt aus der Version vom Tag, an dem der Auftrag angelegt wurde. Der Floater richtet sich nach dem Monat, in dem geliefert wurde. Ein Auftrag, angelegt am 28. Oktober und geliefert am 3. November, hat den Preis vom Oktober und den Floater vom November.
Ändern oder erhöhen
Es gibt zwei Wege, einen Preis zu ändern, und sie wirken unterschiedlich. Bevor du etwas änderst, lohnt sich ein kurzer Blick, welcher der richtige ist.
- Preis in der Zelle ändern
- Wirkt sofort und rückwirkend auf alle Aufträge dieser Version, die noch nicht abgerechnet sind, auch auf erledigte. Das ist der richtige Weg, um einen falsch eingetragenen Preis zu korrigieren.
- Preiserhöhung
- Rechtsklick auf einen Preis → „Preiserhöhung“. MOSI legt eine neue Version ab einem Tag an und ändert alle Preise der Liste um einen Prozentsatz, gerundet nach den Rundungsregeln deiner Preiseinstellungen. Sie gilt nur für Aufträge, die ab diesem Tag angelegt werden. Ältere behalten ihren Preis, auch wenn sie erst nach dem Stichtag geliefert werden.
- Preis löschen
- Offene Aufträge verlieren ihn und stehen danach ohne Preis da. Erledigte behalten ihn, solange kein anderer Preis passt. Vor dem Löschen sagt dir MOSI, wie viele Aufträge betroffen sind.
- Rechnung festgeschrieben
- Ab dann ist der Preis am Auftrag gesperrt. Nur ein Storno der Rechnung gibt ihn wieder frei.
Die Preiserhöhung nimmt Frachtpreise samt Mindestpreis, Preismatrizen, Tagessätze und Kundenpreise der Diversen Artikel mit. Maut je Fuhre und Mindermengenzuschlag bleiben unverändert.
Was wann galt, zeigt die Historie: Rechtsklick auf einen Preis → „Historie“. Dort stehen alle Zeiträume mit diesem Preis (abgelöst, gilt jetzt, kommt), je Zeitraum die Aufträge und jede Änderung mit Person und Uhrzeit.
Preise für mehrere Kunden
Haben mehrere Kunden dieselben Preise, gibt es zwei Wege. Der Unterschied zeigt sich erst bei der nächsten Änderung.
- Eine Liste für mehrere Kunden
- Rechtsklick → „Preisliste bearbeiten“ → Kunden hinzufügen. Alle Kunden der Liste haben dieselben Preise, und eine Änderung gilt für alle zugleich. Passt für Rahmenverträge.
- Für weitere Kunden übernehmen
- Legt in der Liste jedes gewählten Kunden eine Kopie des Preises an. Die Kopien sind danach unabhängig. Änderst du später den ursprünglichen Preis, ändern sich die Kopien nicht mit.
- Kundenzuweisung ändern
- Verschiebt einen Preis zu einem anderen Kunden. Die Aufträge beider Kunden werden danach neu bepreist.
Werkzeuge der Seite
- Auswertung
- Überblick, Kunden, Strecken, Preisentwicklung und Lücken. Unter „Lücken“ stehen alle Aufträge ohne Preis, mit falscher Einheit oder außerhalb einer Matrix, je Kunde und Strecke. Ein Klick legt den fehlenden Preis vorausgefüllt an.
- Kalkulator
- Rechnet einen Preis aus deinen eigenen Kosten: Kostenprofil wählen, die Strecke kommt aus MOSI. „Als Preis übernehmen“ legt die Zeile an; die Kalkulation steht danach in der Historie. Den Preis am Auftrag beeinflusst der Kalkulator nicht.
- Artikel
- Eigene Preise eines Kunden für Diverse Artikel wie Wartezeit. Ohne Kundenpreis gilt der Preis des Artikels.