Fuhren und Lieferscheine
Jede gefahrene Ladung ist eine Fuhre mit eigenem Lieferschein. Wie Fuhren entstehen, wie du sie im Büro erfasst, änderst und umbuchst, was der Lieferschein enthält und wie Reklamationen laufen.
Stand: 26. Oktober 2026
Was eine Fuhre ist
Eine Fuhre ist eine Ladung, die ein LKW zu einem Bedarf gefahren hat. Sie trägt Tag, LKW, Menge, Lade- bzw. Abladestelle und die Nummern der Belege. Die Fuhren eines Bedarfs ergeben, wie viel schon geliefert ist und was noch fehlt.
- Aus der Fahrer-App
- Der Fahrer meldet „Geladen“ und „Abgeladen“. Solche Fuhren tragen in den Listen die Marke „App“.
- Aus dem Büro
- Du erfasst die Fuhre von Hand, zum Beispiel nach einem Papierlieferschein.
- Von der Waage
- Bei eigenen Werken mit Waagenanbindung kommt die Menge von der Wiegung.
Eine Fuhre hat drei Stände: „Geladen“, „Abgeladen“ und „Storniert“. Fuhren werden nie gelöscht. Eine falsche Fuhre stornierst du mit Grund; sie bleibt sichtbar, zählt aber nicht mehr zur gefahrenen Menge.
Eine Fuhre im Büro erfassen
- Fuhren des Bedarfs öffnen
In Bau → Aufträge auf die Zahl in „Fortschritt“ klicken oder Rechtsklick → „Fuhren anzeigen“. Die Tabelle wechselt in die Ansicht des Bedarfs; oben steht der Pfad zurück zum Auftrag.
- Neue Fuhre anlegen
F9 oder „Neue Fuhre“. Der Tag ist mit heute vorbelegt.
- LKW und Menge eintragen
Pflicht sind Tag, LKW und eine Menge in t oder m³. Bei Bedarfen, die in Fuhren zählen, entfällt die Menge.
- Speichern
Enter speichert die vollständige Zeile und hängt die nächste leere Fuhre an. Escape oder der Pfad oben führt zurück zu den Aufträgen.
Werks-Lieferschein-Nr., Wiegeschein-Nr., Anhänger, Uhrzeiten und Notiz trägst du direkt in den Zellen nach. Bei Aufträgen der Art „Regie“ sind „Geladen“ und „Abgeladen“ eingeblendet; fehlt dort eine Zeit, steht gelb „fehlt“, weil nach Stunden abgerechnet wird.
Fuhren lassen sich nur zu offenen Bedarfen erfassen, und nur in Aufträgen, die nicht erledigt oder storniert sind. Ist der Auftrag erledigt, öffne ihn zuerst wieder.
Alle Fuhren eines Tages
Ist links keine Baustelle gewählt, schaltest du über der Tabelle zwischen „Aufträge“ und „Fuhren“ um. „Fuhren“ zeigt alle Fuhren eines Tages, nach Baustelle gruppiert. Den Tag wählst du im Filter, künftige Tage gibt es dort nicht.
Diese Ansicht ist zum Nachpflegen gedacht: Lieferschein-Nr. und Wiegeschein-Nr. vom Werk, Mengen, Zeiten, Stand und Notiz trägst du direkt in der Zelle ein. Mit den Filtern findest du Fuhren „Ohne Wiegeschein-Nr.“ oder mit „Scan fehlt“. Im Rechtsklick-Menü öffnet „Bedarf öffnen“ den Bedarf, „Eigenen Lieferschein ansehen“ zeigt den Lieferschein.
Ändern, umbuchen, stornieren
Jede Angabe einer Fuhre lässt sich nachträglich ändern, einzeln in der Zelle oder für mehrere Fuhren zugleich mit „Ändern / umbuchen …“ im Rechtsklick-Menü. Im Fenster änderst du nur, was du dort einträgst: Bedarf, Ort, Tag, LKW, Anhänger oder Stand. Es gilt alles oder nichts; scheitert eine Fuhre, bleibt keine geändert.
Umbuchen heißt, die Fuhre einem anderen Bedarf zuzuordnen, etwa wenn der Fahrer am falschen Bedarf gemeldet hat. Ziel kann nur ein offener Bedarf derselben Gesellschaft sein. Der Auftrag wandert mit, der Ort kommt vom neuen Bedarf, und der Fortschritt beider Bedarfe rechnet sich neu.
„Stornieren“ verlangt einen Grund. Die stornierte Fuhre bleibt in der Liste und lässt sich mit dem Filter „Nicht storniert“ ausblenden.
Steht eine Fuhre schon im Rechnungsentwurf oder ist sie abgerechnet, lässt sich nur noch die Notiz ändern. Für alles andere brauchst du eine Korrektur über die Abrechnung.
Werks-Lieferschein und Wiegeschein
Zu jeder Fuhre gehört höchstens ein Scan des Werks-Lieferscheins und einer des Wiegescheins, als PDF, JPG oder PNG bis 20 MB. Ein neuer Upload ersetzt die alte Datei. Im Rechtsklick-Menü öffnet „Scan Werks-Lieferschein ansehen / hochladen“ den Beleg; ohne Datei steht dort die Fläche zum Hochladen.
Welche Belege du erfasst, legst du unter Verwaltung → Organisation → Bau in „Belege der Fuhren“ fest: „Aus“, „Lieferschein“, „Wiegeschein“ oder „Lieferschein und Wiegeschein“. Abgeschaltete Belege verschwinden aus Tabellen und Formularen; schon gespeicherte Dateien bleiben lesbar. Die Fahrer-App verlangt den Scan der eingeschalteten Belege.
Der Werks-Lieferschein ist der Beleg des Werks. Davon zu unterscheiden ist der eigene Lieferschein, den MOSI für jede Fuhre erzeugt.
Der eigene Lieferschein
Jede Fuhre bekommt beim Anlegen eine Lieferschein-Nummer, z. B. „L-10001“. Der Lieferschein ist ein PDF mit Gesellschaft, Kunde, Baustelle, Auftrag und Referenz, Material bzw. Abfall, Menge, Lade- bzw. Abladestelle, Fahrzeug, Zeiten und den Nummern von Werks-Lieferschein und Wiegeschein. Preise stehen nie darauf.
- Fassung
- Solange der Lieferschein nicht beim Kunden ist, fließen Änderungen an der Fuhre in die offene Fassung. Ist er ausgegeben, erzeugt jede Änderung an einem gedruckten Feld eine neue Fassung mit Anlass, z. B. „Fuhre geändert“. Ältere Fassungen bleiben unverändert und lassen sich im Fenster auswählen.
- Unterschrift
- Unterschreibt der Empfänger in der Fahrer-App, steht die Unterschrift mit Name und Zeit auf dem Lieferschein. Ist niemand da, macht der Fahrer ein Foto der Abladestelle. Wurde auf Papier unterschrieben, legst du im Fenster unter „Auf Papier unterschrieben“ den Scan ab. „Unterschrift entfernen“ geht nur, solange die Fassung offen ist.
- Versand
- Nach der Unterschrift geht der Lieferschein an die Empfänger der Baustelle, sofort oder abends gesammelt. „Jetzt senden“ bzw. „Erneut senden“ schickt ihn von Hand. Darunter stehen die letzten Versendungen.
- 1Lieferschein (XML)
- Lädt den Lieferschein im Branchenstandard 1Lieferschein herunter.
- Empfangsbestätigung ablegen
- Liest eine Empfangsbestätigung im 1Lieferschein-Format ein. Meldet sie eine Fehlmenge oder Abgelehntes, legt MOSI dafür eine Reklamation an.
Das Fenster öffnest du mit der Lieferschein-Nummer in den Fuhren des Auftrags oder mit „Eigenen Lieferschein ansehen“ bzw. „Lieferschein ansehen“ im Rechtsklick-Menü. Unterschrift, Zustellung und Empfänger stellst du je Baustelle ein; das beschreibt der Artikel zu Baustellen.
Reklamationen
Beanstandet der Kunde eine Fuhre, erfasst du das an der Fuhre: Rechtsklick → „Reklamation erfassen …“. Du gibst den Grund an (Menge, Material, Zeit oder Sonstiges), eine Beschreibung und auf Wunsch Nachweise als PDF, JPG oder PNG, höchstens zehn. Offene Reklamationen erkennst du an der gelben Lieferschein-Nummer.
- Reklamation öffnen
Rechtsklick → „Reklamationen …“. Links stehen die Nachweise, rechts Angaben und Entscheidung.
- Entscheiden
„Anerkennen“ oder „Ablehnen“, jeweils mit Begründung.
- Bei Anerkennung korrigieren
Menge (t), Menge (m³), Wiegeschein und Werks-Lieferschein lassen sich direkt mit der Entscheidung ändern. Die Fuhre übernimmt die neuen Werte.
- Fuhre L-10234 mit 26,0 t, Lieferschein schon beim Kunden
- Reklamation „Menge“, anerkannt mit Menge (t) 24,0
Die Fuhre steht danach mit 24,0 t. Der Kunde bekommt sofort eine neue Fassung mit dem Anlass „Reklamation: …“, unabhängig von der Einstellung „Abends gesammelt“.
Solange eine Reklamation offen ist, geht die Fuhre nicht in die Abrechnung. Entschiedene Reklamationen lassen sich nicht mehr ändern oder löschen. Erfassen darf auch die Disposition, entscheiden nur, wer das Recht dafür hat.
Rückmeldungen zum Wiegeschein
Kommt der Wiegeschein vom eigenen Werk, sieht der Fahrer ihn in der App und meldet „Stimmt“ oder „Stimmt nicht“ mit Begründung. Diese Rückmeldungen findest du an der Fuhre unter „Rückmeldungen zum Wiegeschein …“. Eine Rückmeldung ändert nie Menge oder Wiegung; prüfe die Wiegung und korrigiere bei Bedarf selbst.
Wann eine Fuhre abgerechnet werden kann
Eine Fuhre ist erst bereit für die Abrechnung, wenn alles Folgende stimmt:
- Sie ist abgeladen, nicht nur geladen.
- Es gibt keine offene Reklamation und keinen unfreigegebenen Nachtrag zu ihrem Bedarf.
- Der Lieferschein ist unterschrieben, auf Papier unterschrieben oder schon ausgegeben, oder die Baustelle verlangt keine Unterschrift.
- Bei Bedarfen in t oder m³ ist die Menge bestätigt; bei eigenen Werken mit Waage zählt die Wiegung.
- Es gibt einen Preis.
Verlangt die Baustelle eine Unterschrift und der Fahrer hat „Niemand angetroffen“ gemeldet, bleibt die Fuhre gesperrt. Freigeben kann sie die Abrechnung mit „Ausnahme freigeben …“ und einem Grund.