Waage am Werk
Wie eine Fahrzeugwaage ihre Wiegungen an MOSI meldet, wie MOSI sie einer Fuhre zuordnet und wie du Wiegungen ohne Fuhre oder mit Rückfrage im Büro klärst.
Stand: 26. Oktober 2026
Wofür die Anbindung der Waage da ist
Am Werk wird jeder LKW gewogen. Ohne Anbindung tippt jemand das Gewicht vom Wiegeschein ab, oder der Fahrer fotografiert den Schein. Mit Anbindung meldet die Waage jede Wiegung selbst an MOSI. MOSI sucht die passende Fuhre und trägt das Nettogewicht als Menge ein.
Der geeichte Wiegeschein bleibt bei der Waage. MOSI übernimmt nur die Daten: Scheinnummer, Zeitpunkt, Richtung, Kennzeichen, Brutto, Tara und Netto in ganzen Kilogramm.
Die Waage muss das Standardformat von MOSI senden können (JSON über eine Web-Schnittstelle oder als CSV-Datei). Fertige Anbindungen für einzelne Waagenhersteller gibt es derzeit nicht. Kann die Waage nicht online melden, lädst du die Wiegungen als CSV-Datei hoch.
Einen Anschluss anlegen
Jede Waage bekommt einen eigenen Anschluss mit eigenem Gerätetoken. Das Token berechtigt nur dazu, Wiegungen für dieses eine Werk zu melden; lesen kann es nichts.
- Reiter „Waage“ öffnen
Bau → Werke, Werk wählen, Reiter „Waage“, oben „Anschlüsse“.
- „Anschluss anlegen“
Einen Namen vergeben, zum Beispiel „Waage 1 Einfahrt“, und „Anlegen“.
- Token sichern
MOSI zeigt das Token genau einmal. Mit „Token kopieren“ übernimmst du es und trägst es in der Waage ein. Das Fenster schließt du mit „Ich habe das Token gesichert“.
Das Token wird nie wieder angezeigt, auch nicht für die Leitung. Geht es verloren, erneuerst du es. Leg es nicht in E-Mails oder geteilten Dokumenten ab; wer es hat, kann für dieses Werk Wiegungen melden.
Token erneuern, sperren, überwachen
- „Token erneuern“
- Im Anschluss erzeugt MOSI ein neues Token und zeigt es einmal an. Unter „Übergangsfrist beim Erneuern“ legst du fest, wie lange das alte noch gilt: keine, 10, 15 (Standard), 30 oder 60 Minuten. So bleibt Zeit, die Waage umzustellen.
- „Sperren“
- Die Waage kann nichts mehr melden, bis du „Entsperren“ wählst. Das Token bleibt dabei gleich.
- „seit 24 h still“
- Steht in „Zuletzt gesendet“, wenn ein aktiver Anschluss mehr als 24 Stunden nichts gemeldet hat. Meist ist die Waage offline oder das Token falsch eingetragen.
Anlegen, Erneuern und Sperren stehen im Sicherheitsprotokoll. Ein gesperrtes oder falsches Token bekommt von MOSI dieselbe Antwort; die Waage erfährt nicht, woran es liegt.
So ordnet MOSI eine Wiegung zu
- Kennzeichen
MOSI vergleicht das Kennzeichen der Wiegung mit deinen eigenen Fahrzeugen. Schreibweisen wie „B-XY 1234“ und „BXY1234“ gelten als gleich.
- Fuhre am Tag
Gesucht wird eine Fuhre dieses Fahrzeugs am Tag der Wiegung, die „geladen“ oder „abgeladen“ ist. Bei „Beladen“ muss das Werk der Ladeort sein, bei „Anlieferung“ der Abladeort.
- Genau ein Treffer
Dann ordnet MOSI zu. Die Fuhre bekommt die Menge in t, die Scheinnummer und als Herkunft „Wiegeschein vom Werk (Waage)“.
- Brutto 40.000 kg, Tara 15.000 kg
- Netto 25.000 kg
Die Fuhre steht danach mit 25,000 t. Der Bestand des Werks sinkt, sobald die Fuhre abgeladen ist.
- Die Menge der Waage geht vor der Eingabe von Hand, der Texterkennung und dem Lesen per KI. Der Fahrer kann eine Waagen-Menge in der App nicht ändern.
- Kommt die Wiegung, bevor der Fahrer „geladen“ meldet, versucht MOSI die Zuordnung später erneut, laufend für bis zu 14 Tage.
- Fahrzeuge von Subunternehmern ordnet MOSI nie von selbst zu. In der Einzelansicht der Wiegung schlägt MOSI ihre Fuhren mit passendem Kennzeichen vor.
Wann eine Wiegung offen bleibt
In der Liste „Wiegungen“ hat jede Wiegung einen Stand: „Ohne Fuhre“, „Rückfrage“, „Zugeordnet“, „Verkauf“ oder „Verworfen“. Bei einer Rückfrage nennt „warum?“ den Grund:
- Gewicht unplausibel
- Das Netto liegt mehr als 20 % über der Nutzlast des Fahrzeugs. Bei 25 t Nutzlast ist die Grenze 30 t; eine Wiegung mit 31,2 t geht in die Rückfrage. Ist am Fahrzeug keine Nutzlast hinterlegt, prüft MOSI das nicht.
- Fuhre gesperrt
- Die Fuhre ist abgerechnet, unterschrieben oder ihr Lieferschein ist ausgegeben. MOSI überschreibt eine solche Fuhre nie.
- Mehrere Treffer
- Mehrere Fuhren oder Fahrzeuge kommen in Frage.
- Schon gewogen
- Die Fuhre hat bereits eine andere Wiegung.
„Ohne Fuhre“ heißt: kein Treffer, etwa ein Selbstabholer oder ein fremder LKW. Gibt es offene Wiegungen, zeigt der Reiter „Bestand“ die Kennzahl „Wiegungen in Klärung“, und in der Bau-Disposition erscheint der Hinweis „… Wiegungen der Waage in Klärung“ mit „Ansehen“.
Offene Wiegungen klären
Ein Klick auf die Wiegung öffnet sie mit Brutto, Tara, Netto, Richtung und der Materialangabe der Waage. Bei „Ohne Fuhre“ und „Rückfrage“ stehen diese Aktionen zur Wahl:
- „Fuhre zuordnen“
- Du suchst die Fuhre unter „Fuhren am Werk“ oder bei den Vorschlägen für Subunternehmer. Die Menge der Wiegung ersetzt die Menge der Fuhre. Abgerechnete oder unterschriebene Fuhren lassen sich nicht ändern.
- „Als Werksverkauf“
- Nur bei einer Wiegung beim Beladen. Legt einen Werksverkauf mit dem Nettogewicht an, bar oder mit Karte.
- „Verwerfen“
- Mit Grund, etwa bei einer Leer- oder Probewiegung. Eine verworfene Wiegung zählt nirgends mehr.
- „Netto korrigieren“
- Mit neuem Netto und Grund. Der Rohwert der Waage bleibt unverändert; die Korrektur steht daneben. Eine zugeordnete, offene Fuhre bekommt die neue Menge.
Für den Reiter brauchst du das Recht „Werk: Waage“. Zuordnen, verwerfen und korrigieren braucht das Ändern-Recht daran, ein Verkauf aus der Wiegung zusätzlich das Recht „Werk: Werksverkauf“. In den Vorlagen hat nur die Leitung die Waage.
Wiegungen als CSV-Datei hochladen
Im Reiter „Waage“ unter „CSV-Import“ lädst du eine Datei hoch, wenn die Waage nicht online melden kann oder eine Zeit lang offline war. Die Datei ist UTF-8, mit Semikolon getrennt, höchstens 1 MB und 2000 Zeilen groß. Die Kopfzeile lautet „id;weighed_at;direction;plate;gross_kg;tare_kg;net_kg;material_ref“. Mit „Beispieldatei laden“ bekommst du eine Vorlage.
- Datei hineinziehen
MOSI macht sofort einen Probelauf und zeigt je Zeile das Ergebnis.
- Ergebnis prüfen
Abgelehnte Zeilen haben einen Hinweis, etwa ein Zeitpunkt außerhalb des erlaubten Fensters.
- „Importieren“
Erst jetzt speichert MOSI die Wiegungen und ordnet sie zu.
Online und per CSV gelten dieselben Regeln: Eine Wiegung darf höchstens 14 Tage alt sein und höchstens 5 Minuten in der Zukunft liegen. Brutto minus Tara muss Netto ergeben. Die Scheinnummer ist je Werk eindeutig; eine schon bekannte Wiegung mit gleichem Inhalt zählt als „schon vorhanden“ und wird nicht doppelt gespeichert.
Rückmeldung des Fahrers und Grenzen
Der Fahrer sieht in der Driver-App den Wiegeschein vom Werk und kann melden, ob er stimmt. Eine Rückmeldung ändert nie Menge oder Wiegung. Meldet er „stimmt nicht“, bekommt die Disposition eine Benachrichtigung. Die Rückmeldungen einer Fuhre stehen im Auftrag im Aktionsmenü der Fuhre unter „Rückmeldungen zum Wiegeschein“. Korrigieren kann nur das Büro.
- Die Waage bucht den Bestand nicht beim Wiegen. Der Abgang entsteht erst, wenn die Fuhre abgeladen ist.
- Wiegungen vor dem Tag, an dem der Ort zum Werk wurde, bucht MOSI nicht.
- Waagen im Fahrzeug oder am Bagger bindet MOSI derzeit nicht an.
- Eichrechtliche Pflichten erfüllt weiter die Waage selbst mit ihrem Wiegeschein.