Preisstufen, Untergrenze und Kundenpreislisten
Mit Preisstufen bekommen Kunden einen Abzug vom Listenpreis, getrennt für Material ab Werk, Material frei Baustelle und Fracht. Dazu die Untergrenze als eigene Mindestkalkulation und Kundenpreislisten mit festen Preisen.
Stand: 26. Oktober 2026
Grundprinzip
Im Bau gibt es eine Preisliste je Gesellschaft. Unterschiedliche Kunden zahlen trotzdem unterschiedlich, weil sie in unterschiedlichen Preisstufen stehen. Eine Preisstufe ist ein Abzug in Prozent vom Listenpreis, z. B. „Bauunternehmer“ 10 %, „Objekt“ 15 %. Ohne Stufe zahlt der Kunde den Listenpreis.
- Material ab Werk
- Pflicht. Abzug für Material, das nicht angeliefert wird (z. B. im Werksverkauf), für Annahme sowie für Regie und Personal.
- Material frei Baustelle
- Abzug für Material, das angeliefert wird. Leer: wie ab Werk.
- Fracht
- Abzug auf die Fracht aus der Staffel. Vorgabe 0 %.
Keine Stufe wirkt auf Maut, Zuschläge, Containerdienst, Standmiete, Transport und Wartezeit. Projektpreise und Kundenpreislisten bleiben ebenfalls ohne Abzug.
- Bauunternehmer, 10 %: 15,80 € × 0,90 = 14,22 € → 14,25 €
- Objekt, 15 %: 15,80 € × 0,85 = 13,43 € → 13,45 €
- Kalkulation, 20 %: 15,80 € × 0,80 = 12,64 € → 12,65 €
Die Tabellen der Preisseite zeigen diese Preise je aktiver Stufe in eigenen Spalten.
Eine Preisstufe anlegen
- Preisstufen öffnen
Bau → Leitung → Preise → „Optionen“ → „Preisstufen …“. Dasselbe Fenster öffnet der Knopf neben der Auswahl „Preisstufe“ in den Konditionen des Kunden und am Auftrag.
- Neue Preisstufe
„Name“, z. B. „Objekt“.
- Abzüge eintragen
„Material ab Werk“, „Material frei Baustelle“ und „Fracht“ in Prozent.
- Bei Bedarf „Abweichungen“ ergänzen
Siehe unten.
- „Stufe anlegen“
Die Liste der Stufen lässt sich per Ziehen sortieren. Im Menü einer Stufe stehen „Bearbeiten“, „Archivieren“ bzw. „Wiederherstellen“ und „Löschen“. Eine archivierte Stufe gilt dort weiter, wo sie schon steht, ist aber nicht neu wählbar. Löschen geht nur, solange die Stufe nirgends verwendet wird; sonst meldet MOSI „Die Stufe ist in Gebrauch – bitte archivieren“.
Preisstufen gelten für die ganze Organisation, nicht je Gesellschaft oder Preisliste.
Abweichungen je Art, Gruppe, Material oder Werk
Eine Abweichung gilt entweder für eine „Art oder Gruppe“ (z. B. „Alle: Regie“ oder die Materialgruppe „Splitt“) oder für ein „Material“ und/oder ein „Werk“. In den Spalten „Ab Werk“, „Frei Baustelle“ und „Fracht“ trägst du nur ein, was abweichen soll. Leere Spalten übernehmen den Wert der Stufe.
Passen mehrere Abweichungen, gilt je Spalte die genaueste, die einen Wert hat, in dieser Reihenfolge:
- Material und Werk
- Material
- Werk
- Materialgruppe
- Art
- Die Stufe selbst
- Kies aus Rosenau: Material 15 % (von der Stufe), Fracht 0 % (von der Abweichung)
- Kies aus Wintersberg: Material 15 %, Fracht 8 %
So setzt du einen Frachtrabatt je Werk, ohne den Materialabzug festzuschreiben.
Frachtrabatte je Werk pflegst du übersichtlicher auf der Seite „Fracht“ in der Ansicht „Frachtrabatte“. Dort stehen alle Werke als Zeilen und alle Stufen als Spalten.
Stufe am Kunden und am Auftrag
- Die Stufe eines Kunden steht in seinen Konditionen unter „Preise“ → „Preisstufe“. Sie gilt für neue Aufträge des Kunden.
- Ein neuer Bauauftrag übernimmt die Stufe des Kunden. Ändert sich die Stufe am Kunden später, bleibt der Auftrag bei seiner.
- Am Auftrag änderst du die Stufe auf der Seite „Preise“ mit dem Recht „Preise · überschreiben“. In die Preise kommt sie erst mit „Neu berechnen“.
- Das Preisblatt der Baustelle rechnet mit der Stufe des Kunden, du kannst dort zum Vergleich eine andere wählen.
Mindestpreis und Untergrenze
Ein Abzug darf einen Preis nicht unter den Mindestpreis drücken. Fällt der Stufenpreis darunter, nimmt MOSI den Mindestpreis. Am Auftrag steht dann als Quelle „Mindestpreis“.
- Mindestpreis an der Position
- Von Hand in der Spalte „Mindestpreis“ der Preisliste, für jede Preisart.
- Untergrenze
- Deine eigene Mindestkalkulation: Unter „Preisstufen …“ wählst du bei „Stufe der Untergrenze“ eine Stufe. Ihr Preis ab Werk gilt als Mindestpreis für jeden Materialpreis der allgemeinen Liste, der keinen eigenen Mindestpreis hat.
- Untergrenze: 15,80 € × 0,80 = 12,64 € → 12,65 €
- Großabnehmer: 15,80 € × 0,75 = 11,85 €
11,85 € liegt unter 12,65 €. Der Großabnehmer zahlt 12,65 € je t.
Wer einen Preis von Hand unter den Mindestpreis setzen will, braucht das Recht „Preise · unter dem Mindestpreis verkaufen“. Nur mit diesem Recht siehst du die Spalte „Untergrenze“ im Preisblatt der Baustelle.
Die Untergrenze gilt nur für Material und nicht für Kundenpreislisten und Projektpreise. Für die Fracht zeigt das Preisblatt eine Untergrenze nur an, erzwungen wird sie nicht.
Kundenpreislisten
Manche Kunden haben eigene, fest vereinbarte Preise. Dafür legst du eine eigene Preisliste an und kreuzt „Kundenpreisliste“ an. In der Auswahl der Preislisten steht sie mit „(Kundenliste)“.
- Kundenpreisliste anlegen
Preise → „Optionen“ → „Neue Preisliste …“, „Kundenpreisliste“ ankreuzen.
- Nur die abweichenden Positionen eintragen
Was in der Kundenliste fehlt, kommt aus der allgemeinen Liste mit der Preisstufe des Kunden.
- Dem Kunden zuweisen
Bau → Stammdaten → Konditionen → Kunde → „Kundenpreisliste“.
- Preise der Kundenliste gelten fest: kein Abzug der Stufe, keine Untergrenze. Rundung und ein eigener Mindestpreis der Position gelten.
- Am Auftrag steht als Quelle „Kundenliste“.
- Weist du einem Kunden eine Kundenliste zu oder änderst sie, zeigt MOSI die betroffenen offenen Aufträge zum Neuberechnen. Festgehaltene Preise ändern sich nicht von selbst.
- Eine Liste, die einem Kunden zugewiesen ist, lässt sich erst löschen, wenn die Zuweisung gelöst ist.